Mein Weg 1.1 …

Mein Weg 1.1 …

Es kostet auch mich immer eine ­grosse Portion Mut hier zu schreiben eben so ist es alles andere als einfach diese Gedanken nieder zu schreiben so das man es versteht und es einen Zusammenhang gibt, darum wundert euch nicht, wenn es manchmal einer Aufzählung gleicht.
Eben so wenig Schreibe ich, weil ich Mitleid will oder mich beklagen will sondern weil ich der Meinung bin, dass es mir Gut tun könnte!
Vielleicht öffnet es aber auch dem ein oder anderen Mal ein Auge und vielleicht ist der jenige künftig etwas vorsichtiger mit seiner Wortwahl oder Vorurteilen gegenüber seinen Mitmenschen.

Nicht jeder hat einen kleinen Widder in sich, wie ich ihn habe.

Mein Weg …

Eigentlich hatte ich eine schöne Kindheit, ich war ein leidenschaftliches Kind und ich liebte meine Spielsachen ­überalles, ich war eine kleine Träumerin.
Wenn da nicht die Schattenseite der Schule gewesen wäre …bei uns im Dorf gibt es 2 Primarschulen, eine unterhalb des Dorfes und eine oberhalb des Dorfes,
da ich zu dieser Zeit noch im unteren Teil des Dorfes wohnte, ging ich auch dort den ersten Teil in die 1. Klasse.
Meine Eltern beschlossen dann sich ein Haus zu kaufen (im oberen Teil des Dorfes), so musste ich auch die Klasse verlassen in der ich ­einigermassen Anschluss gefunden hatte, sodass ich nachher nicht 30min Schulweg hatte.
In der neuen Klasse wurde ich erst überhaupt nicht akzeptiert, ­ausser einem türkischen Mädchen möchte niemand ­gross etwas mit mir zu tun haben.
(­Hasret ich rechne dir das heute noch hoch an!) Ich buhte um Aufmerksamkeit, denn es gab damals schon diese Gruppierungen, in dem ich anfing mein ‚Znüni‘ mit den anderen zu teilen wurde ich langsam akzeptiert, eigentlich traurig oder?
(Wenn ihr meinen Gedankengang gerade versteht).
In meiner Klasse gab es eine Gruppe mit den coolen Mädchen und eine mit den coolen Jungs, die Jungs waren damals schon sehr dominant, fies und natürlich stand ‚der Anführer der Jungs‘ auf die ‚Anführerin‘ der Mädchen – klassisch.
Ich wurde zwar langsam mehr oder weniger akzeptiert (trotz Mobbingattacken) und ich hatte Mittlerweilen auch Freundinnen, welche natürlich zu den coolen Mädchen gehörten, jedoch spitzte sich die Lage aus irgendeinem Grund gegen die 3. Klasse wieder zu, eigentlich ­weiss ich bis heute nicht so genau warum, Kinder sind eben unberechenbar. Ich musste bis dahin auch schon einige Mobbingattacken über mich ergehen lassen aber es hielt sich noch in Grenzen.
Wie gesagt aus irgendeinem Grund ging es dann in der 3. Klasse so richtig los, die Mädchen so wie die Jungs kamen auf mich los, ich würde aus irgendwelchen Gründen ausgelacht, mir wurde mein Pausenbrot geklaut, ich wurde rum geschupst, oder man knallte im Turnunterricht den Ball mit Absicht so richtig hart in meine Richtung.
Ich weinte abends viel, meine schulischen Leistungen nahmen rapide ab, ebenso wie meine Konzentration und ich hatte wahnsinnig Angst zur Schule zu gehen. Ich ­weiss noch, dass ich diese Angst einmal bei meinem Papa deponiert habe und obwohl er immer sehr viel arbeitete, bastelte er an einem Nachmittag mit mir zusammen aus einem alten ­Konfi-glas, Seidenpapier und Glitzer ein Windlicht, es sollte mich begleiten, wenn ich Angst auf dem Schulweg hatte. DANKE PAPA, ich habe es bis heute nicht vergessen!
Bis Ende 5. Klasse ging diese ­Mobberei weiter, dann kahmen 3 neue Schüler zu uns in die Klasse und die coolen waren damit beschäftigt sich für die Gymi-Prüfung vorzubereiten, ­ausserdem zog die beste Freundin der ‚Anführerin‘ in ein anderes Dorf und es herrschte wieder etwas mehr Frieden. Ich glaub rund 10 unserer Klasse schafften es dann ins Gymnasium auch das coole Mädchen die bis dahin zu meiner Erzfeindin wurde. Es herrschte Ruhe, wenn es auch immer noch einige stören Friede gab in der Klasse, trotzdem hatten wir in der 6. Klasse einen super Zusammenhalt, jedenfalls, wenn es um Sport ging. Bis dahin war mir diese ­Mobberei nie bewusst, ich wuchs in das hinein es war für mich normal und ich dachte das ist eben so.

Nach der 6. Klasse ging die Hälfte zur Bezirksschule, die andere Hälfte in die Sekundarschule (auch ich) und einige wenige in die Oberschule, bei uns sind diese Schulen aber alle zusammen in einem Schulhaus. Natürlich kamen auch andere Schüler aus anderen Klassen dazu und die ­Mobberei ging von vorne los,
ich wurde immer wie verbitterter und aggressiver ­ausserdem kam meine dazumal beste Freundin in die Bezirk Schule und lies sich irgendwann von den coolen Mädchen in ihrer Klasse einreden ich sei eine Tussi und passe nicht zu Ihnen. (Ich war überhaupt keine Tussi! Sogar ganz und gar nicht). Da war er wieder, der Verlust, die Trauer und Einsamkeit, ich war mitten in der Pubertät wo sowieso schon alles ­Scheisse ist und dann noch das, ich weinte jede Nacht.
Den einzigen Trost fand ich in ­der Rock und Metal Musik, die harten Riffs, der harte Gesang und das schnelle Schlagzeug beruhigte mich. Ich wurde anti, anti gegen jeden und alles, eigentlich auch irgendwie verständlich oder? Ich wurde jähzornig und fing an mich zu wehren, ich gab gnadenlos zurück, und wie es in der Pubertät dann so üblich ist, fing ich an, mich meiner Liebe zu Metal Musik entsprechen zu kleiden.
Das Mobbing ging natürlich weiter und ich durfte mir Tag für Tag Sachen anhören wie Junkie, Punk, Satanistin.
Dabei hasste ich Punks genauso wie Junkies ich konnte mit dieser Einstellung nichts Anfangen eben so wenig wie mit Satanismus.
Eigentlich war mir klar das meine Mobber keine Ahnung hatten von was sie da sprachen, aber es machte mich trotzdem wütend, wütend, weil man einfach mal etwas in die Welt setzt, ohne sich vorher darüber zu informieren. Ich war damals wohl schon einiges weiter als meine Mitschüler, jedenfalls was das Gesellschaftliche anbelangt, ich machte mir ganz andere Gedanken wie das so üblich ist für 15, ich hatte auch meist 1-3 Jahre ältere Kollegen und Kolleginnen, trotz all meinen Schwierigen Zeiten, durch die ich gehen musste, hatte ich den ein oder anderen, auf den ich zählen konnte, ich ­sass meine Zeit in der Schule einfach ab – privat wollte ich davon nichts wissen.

Ich wollte machen was mir ­Spass macht, ich kam in Berührung mit Gras und Alkohol und ich genoss diese Zeit auch, ich konnte dann endlich einmal all meine Trauer und Wut vergessen. Versteht mich aber nicht falsch, das Ganze ist nie ausgeartet und ich kannte mich damals schon gut genug, um auch Nein sagen zu können! Ich war auch stets pünktlich zu Hause trotzdem war ich damals Teenie aus Leib und Seele! Ich habe es aber bald wieder sein lassen, da mich diese Gleichgültigkeit nervte, es gab mir nichts!
In dieser Zeit kamen die ganzen Communitys auf, auch ich hatte ein Profil, auf dem ich einen zynischen Text über Hip-Hop stehen hatte, den ich mal irgendwo gefunden hatte. (Wenn man Metal hörte, hasste man Hip-Hop und umgekehrt, ist halt so, wenn man Teenie ist.)
Genau dieser Text wurde mir dann an einen Sonntagnachmittag zum Verhängnis.
Ich traf mich mit meiner besten Freundin ­draussen um zu quatschen, auf dem Weg zu unserem Lieblings Platz kahmen plötzlich 8 Leute auf und zugerannt, Jungs sowie Mädchen, einige waren aus meiner Klasse. Wir wurden rumgeschupst, mein Bike wurde umgeworfen, meine Mütze flog in den Dorfbach und ich durfte ein paar Schläge einstecken, wegen eines zynisch lustig gemeinten Text, den ich auf meinem Profil stehen hatte. Heulend und zitternd habe ich natürlich zu Hause angerufen, mein Vater holte mich ab. Ich verstand die Welt nicht mehr und ich wurde innerlich noch verbitterter.
In dieser Zeit habe ich mich das ein oder andere Mal geritzt, habe ich dann aber schnell wieder sein lassen, da mein Kopf einfach stärker war und fand das mir das nichts bringt. Heute sehe ich es als Hilfeschrei. Ich suchte mich durch. Mein Triumph war der letzte Schultag, die Mädchen, die mir damals die Schläge verpassten, entschuldigten sich mit Tränen bei mir. Ich habe zwar vergeben aber nie vergessen! Trotzdem haben all diese Situationen mich stärker gemacht, wenn ich auch durch die Hölle musste. Lange Zeit war ich der Meinung das sei normal, ich sei zu schwach oder zu sensibel, ja vielleicht klingt dies in diesem Text für gewisse auch so, aber wenn ich jedes Detail aufzählen würde, könnte ich ein Buch füllen. Auch wenn ich vergeben habe und meine Vergangenheit ruhen lasse bin ich mir Mittlerweilen nicht sicher, welchen Einfluss all diese Attacken auf mein Herz meine Seele noch heute haben, bzw. welche neuen Ticks aus dieser Situation vielleicht entstanden sind. Rückblickend weiss heute aber das ich, da meine erste Depression hatte, ich habe mir trotzdem angeeignet mich nur an die schönen Momente meiner Kindheit und Teenie Zeit zu erinnern, das klappt ganz gut.

Nach der Schule habe ich einen gestalterischen Vorkurs besucht, zeichnen, malen, modellieren alles was kreativ ist begleitet mich, seit ich denken kann und es wird mich auch nie los lassen. Die Kreativität ist der Ort, an dem ich mich zu Hause fühle. Danach ging ich 4 Jahre an die Keramik Design Fachklasse, das Niveau war am Anfang recht hoch jedenfalls in meiner Klasse. In der Fachklasse gab es von 16 – 53 Jahre alles ich war natürlich damals die jüngste und da die Hälfte meiner Klasse bereits eine Lehre absolviert hatte war das Level automatisch höher.Ich Maas mich immer mit ihnen, eigentlich dumm, denn wie sollte ich mit 16 die Erfahrung und Reife einer 33 jährigen haben? Ich war immer noch ein sehr zorniger Mensch durch all meine Erfahrungen, ich denke das blockierte mich damals das einte oder andere Mal, trotzdem hatten wir es alle gut untereinander.
Der Druck der Lehrer und der Projekte wurde aber immer grösser, ja wir hatten einige grosse Talente in meiner Klasse aber andere brauchen eben etwas länger, wie ich z.B. Der Druck wurde zum Abschlussjahr hin noch grösser, in der Lehre als Töpferin hat man nämlich ein ganzes Jahr LAP, jedenfalls in der Fachklasse, spürt ihr den Druck?! Da ist einerseits das Diplom eine eigenständige keramische Arbeit, die IPA die eigentliche Abschlussprüfung (auch keramisch), plus all die Beruf schulischen Fächer.
Leider musste ich genau in dieser Zeit einige familiäre Situationen verkraften (bitte versteht, dass ich darauf nicht näher eingehen werde, es ist einfach zu persönlich und da es nicht nur mich alleine betrifft finde ich auch das ich nicht befugt bin das hier zu schildern). Der Druck und diese Situationen spitzten sich immer mehr zu, ihr müsst wissen, kreativ sein ­heisst nicht einfach nur schöne Dinge zaubern, es fordert dich hinaus dich mit dir, deinen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen, und da ich mir ein kunsthandwerklichen Beruf ausgesucht habe gehört auch die körperliche Tätigkeit dazu.Ich stand jeweils um 5 auf denn ich musste mit den Öv’s in die Hauptstadt, ich arbeitete oft bis 10 Uhr Abend an meinen Projekten und hatte dann noch 1 1/2h nach Hause weg. Ich möchte nicht mehr essen und zu Hause plagten mich die Ängste und Sorgen, was mir wiederum den Schlaf raubte, den ich so dringend als Erholung brauchte.
Dann kahm der mir erste bewusste Klapf. Ich dachte zwar anfangs wider es sei normal, da ich aber plötzlich vermehrt auch noch Heulkrämpfe durch den Tag hatte und mir das nicht schlafen können zusetze ging ich zum Arzt. Ich dachte mir einfach ich kann es mir nicht leisten nicht zu schlafen in meiner Prüfungszeit, ich dachte mein Arzt würde mir etwas geben zum Schlafen und damit wäre es dann gut, falsch gedacht.

Mein Hausarzt stellte mir wohl genau die richtigen Fragen, ich brach jeden Falls in Tränen aus und stellte mich meiner Situation zum ersten Mal. Es sprudelte alles, was sich so angestaut hat aus mir raus und ich merkte zum ersten Mal, wie schlecht es mir eigentlich ging. Ihr müsst wissen, obwohl ich oft unterdrückt wurde, habe ich mich zu einer starken Persönlichkeit entwickelt, ich liebe Harmonie, und auch wenn ich selber schlecht drauf war, war ich immer bedingungslos für alle da die mich brauchten, ich gab immer und nahm nie! Mein Arzt diagnostizierte eine Depression bei mir, was sich später mit einem Burn-out zusammenschloss, da war ich 19 Jahre alt.
Ich bekam zu erst ein pflanzliches Antidepressivum und ging ab da an im Wochentakt zu ihm, er war damals mein ‚Psychiater‘, leider half das nichts, mir ging es immer schlechter: Zittern am ganzen Körper, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Wut, Trauer, Konzentrations Probleme, Verdauung Probleme, Schmerzen am ganzen Körper und, und, und. Es ging nicht lange und mein Arzt verordnete mir nach einem stärkeren pflanzlichen Präparat etwas Chemisches, auch da musste ich so einiges Austesten, bis ich ein Antidepressivum gefunden hatte, welches ich vertrage und mir hilft. Für die Zitterei habe ich Betablocker bekommen und um schlafen zu können Temesta (Temesta ist nicht ohne und ziemlich heftig).
Die Depression hatte mich so richtig fest im Griff und ich merkte das ich anfing mich zu verändern, ich hatte unendlich viel Wut im Bauch, vor allem aber auf mich selbst, ich schottete mich ab und klammerte an den für mich letzten Strohhalm – meine erste grosse Liebe! Für ihn Wahres wohl alles andere als einfach und ich war es schon gar nicht, aber ich konnte nicht anders, trotzdem Kevin, falls du das irgendwann einmal lesen solltest: “ sorry es duet mer leid wieni denn druf gseh be, danke trotzdäm für alles!, i hät mi gärn mol met dir usgsproche“.
Es war fast klar, dass diese Beziehung in die Brüche gehen würde, beide waren wir Jung und überfordert aber ich war trotzdem am Boden zerstört, als es so weit war. Meine Familie mochte ihn genau so und mein Vater betrachtete ihn als Freund, baaaaam die nächste Faust war da, ich war immer noch in den Prüfungen. Trotz allem habe ich versucht meine letzten Kraftreserven zu bündeln, leider gab es dann Probleme mit meinem Projekt die Gussform wollte einfach nicht funktionieren und jeder Lehrer riet mir zu etwas anderem. Meine Lehrer hatte ich natürlich über meine Depression informiert doch dann gab es da diesen Tag.

Mein Lehrmeister war eigentlich ein guter, jedoch hatte er diese Tage an dem er sich jemand heraus pickte und diesen jemand dann denn ganzen Tag zur Sau machte, eine Situation, an die ich mich erinnere, an dem es mich traf; einer seiner Freunde war gestorben (verstehe ich das man da traurig ist) da er aber mit seiner Trauer nicht umgehen konnte und ich dummerweise gerade da war, machte er mich für etwas zu Sau, wofür ich gar nichts konnte, solange bis die Tränen kullerten. Entschuldigen konnte er sich trotz schlechtem Gewissen nicht. (So sorry fürs Abschweifen, zurück zu diesem Tag). Es war 3 Wochen vor Abgabetermin, ich arbeitete ganz verbissen an meiner Arbeit, bis er kam und mich vor die Tür zitierte. Er schrie mich an. Seine Worte waren: “ Du bist nichts, du kannst nichts, und du hast den falschen Beruf gewählt“.

WILLST DU MICH VERARSCHEN?
Dachte ich mir! Ich habe den falschen Beruf gewählt? Das sagst du mir 3 Wochen vor meinem Abschluss? Nach dem ich um überhaupt zur Prüfung zugelassen zu werden einen Vorkurs besuchen musste, danach 4 Tage Aufnahmeprüfung absolvieren und mich dann doch unter die 7 auserwählten gemeistert habe? Du schreist mich an, obwohl du dieses Recht gar nicht besitzt? Du hackst auf mir herum obwohl du ­weisst ich kämpfe gerade mit einer Depression? DANKE dafür! Wie ich bin, konnte ich natürlich mein Mund nicht halten und habe gekontert, aber ich hatte keine Chance und nach diesen Worten schon gar keine Kraft mehr! Ich schluckte alles hinunter. Ich ­seuchte mich mit all meinem Kummer weiter durch, bis alles vorüber war. Dann war da dieser Morgen, ich wachte auf als hätte ich in eine Steckdose gefasst, ich wusste dieses Gefühl ­heisst nichts Gutes, ich schleppte mich trotzdem zur Schule. Es war zwar Sommer aber in mir war es stock dunkel, ich wollte, dass es vorbei war um mich, um mich zu kümmern, um gesund zu werden. Dann klingelte am Nachmittag mein Telefon und meine Mutter meinte da wäre ein Brief, ich bat sie ihn auf Zumachen: DURCHGEFALLEN, trotz eines Notendurchschnittes von 5,0!
(Bei uns in der Schweiz ist 6 das Beste und 1 das schlechteste). Tja so ist es nun einmal im Kreativen, es ist eben nichts Objektiv! Und es wird auch nicht objektiv bewertet, dazu kommt das meine Experten alle mit meinen Lehrern zur Schule gingen (ja klingt nach Verschwörung ich ­weiss aber das er sie beeinflusst hat, dasselbe Spiel hat er nämlich 2 Jahre später bei einer Mitschülerin getrieben). Wie ich mich gefühlt habe? Da war einfach nur Leere unendlich viel Leere, ich ging trotzdem ins Lehrerzimmer und verkündete das ich wiederholen werde (fragt mich nicht, woher ich dann noch so viel Willen herholte). Danach packte ich meine Sachen ohne jemandem tschüss zusagen, stieg in den Zug nach Hause, dann löste sich endlich die Trauer und ich konnte weinen. Weinen befreit!

Die Zeit nach all diesen Vorfällen war die Grausamste, natürlich hätte ich Rekurs gegen das Prüfungsresultat einleiten können, aber ich hatte keine Energie mehr. Lange Zeit verkroch ich mich, da war so viel Trauer, Wut und Trostlosigkeit in mir, ich konnte nicht mehr stark sein für meine Familie. Ich war ein Haufen elend! Ich mochte nicht sprechen, ich mochte nicht kommunizieren, nicht essen, nicht trinken, nicht hören oder sehen ich wollte einfach schlafen! Der Schlaf war in dieser Zeit mein bester Freund, er vertrieb alles und ich war dankbar nichts zu fühlen oder denken zu müssen.
Es plagten mich unendlich viele psychosomatische Schmerzen, es gab Tagen an denen konnte ich nicht aufstehen, weil ich solche Schmerzen hatte, (fühlte sich so an wie 10x stärkere Gliederschmerzen) Schmerzen, die mein Hirn, meine Seele und mein Herz verursachten. Ich stellte alles infrage, vor allem aber mich, all die negativen Erlebnisse kamen mir wieder in den Sinn und ich fragte mich, warum ich? Wie habe ich das verdient? Ich schottete mich komplett ab, auch von meinen Freunden.
Mein Kopf und mein Stolz wollten es nicht zugeben, dass ich krank war und es keine Schwäche ist Hilfe anzunehmen, dass es keine Schwäche ist, seine Freunde um Hilfe zu bitten. Die logische Folge daraus war, dass ich mich noch einsamer fühlte, ich fing an mich intensiv mit mir und meiner Depression zu beschäftigen, ich wollte alles darüber wissen, um mich besser verstehen zu können. Ich habe plötzlich angefangen ganz viele Erfahrungsgeschichten / Biografien zu lesen, all diese Geschichten haben mir geholfen mich nicht mehr alleine zu fühlen. Es hat mir gezeigt, dass es auch andere Schicksale gibt, dass ich nicht alleine bin! Mittlerweilen war ich 20. , ich fing mich langsam wieder etwas, nach wie vor unterstütze mich mein Hausarzt ­regelmässig, an dieser Stelle: “ DANKE Herr Berger ich werde Ihnen nie vergessen was Sie für mich getan haben!!“

Eine Kollegin, die ein Jahr vor mir mit der Schule fertig war, lud mich dann an einem Tag auf ihren Hof ein, ich denke sie wusste, wie es mir ging, sie schlug mir vor gemeinsam mit ihr in ihrem Atelier bis zur Prüfungswiederholung zu arbeiten. Leider tendiere ich dazu sehr schnell euphorisch zu werden, wenn da wieder etwas Hoffnung oder Glück liegt und ich war Feuer und Flamme. Sie bot mit später ausserdem an meine Mentorin zu sein, sodass ich nach Art. 32 meine praktische Prüfung bei ihr im Atelier nach holen konnte. Ich nahm dies dankend an: „DANKE an dieser Stelle an Sarina und Christoph!!“. Den Abschluss schaffte ich dann auch.

Die Depression war aber längst nicht vorbei und klopfte während der Prüfung wieder an meine Tür, immer noch geschwächt, brach ich zusammen, ich stellte die Arbeit meines Hausarztes nicht infrage aber ich konnte so nicht weiter machen, ich kam nicht weiter und ich wollte endlich gesund werden!
Ich wollte diese ewige Qual nicht mehr und ich wollte diese Trauer nicht mehr, denn es gab auch viele glückliche und schöne Momente in meinem Leben, eigentlich habe ich ganz tolle Freunde und die beste Familie. Doch ich war an einem Punkt, wo es nicht mehr weiter ging. Mein Hausarzt empfahl mir eine Psychiaterin (eine Kollegin von ihm die eine Praxis eröffnet und in seinem Augen eine der wenigen sei, die ihren Job wirklich gut machen.) Es war einer der besten Schritte, die ich getan habe, ich habe mir ab da an endlich eingestanden, dass ich mich nicht zu schämen brauche, dass es nicht falsch ist, um Hilfe zu bitten und vor allem habe ich endlich akzeptiert wer ich bin, wenn ich depressiv bin. Dieser Schritt hat mich bereichert und ich habe ab da an versucht meine Depression nicht mehr negativ zusehen, sondern als eine Art, zwar steinige Lehre, aus der ich aber nur wachsen konnte, ich hatte und habe es immer noch; WILLE!

Es gab danach eine etwas ruhigere Zeit, in der ich aber trotzdem gelitten habe, wenn mein Kopf nicht ratterte, machte sich mein Unterbewusstsein an meinem Körper zu schaffen, das ist leider bis heute geblieben (ich arbeite daran). Ich hatte aber eine enorme Entwicklung hinter mir, in der ich viel gelernt habe und mich weiterentwickelte, aggressiv war ich längst nicht mehr, ich ging anders damit um, ich lernte auf mich und meinen Körper zuhören und auch mal nein zu sagen.
Es gibt Menschen die erst anfangen sich mit sich selbst zu befassen, wenn es eigentlich schon fast zu spät ist, ich kann das zu einem gewissen Grad nachvollziehen, ich frage mich dennoch immer wieder: Nervt euch dieses oberflächliche Getue nicht? Nervt euch dieser graue Alltag nicht? Kitzelt es euch nicht mehr aus eurem Leben/eurer Person zu machen? Sich mit sich und seinen Gefühlen auseinander zusetzen kostet eine Menge Energie, es ist anstrengend und manchmal auch zermürbend, dennoch empfinde ich es als ­grosse Bereicherung.Klar ist es einfacher den Weg mit dem geringsten Widerstand zu wählen, befriedigt aber auf Dauer nicht!
Es ist auch für mich immer noch sehr anstrengend und daher beende ich diesen Beitrag jetzt auch mal, bis ich mich bereit fühle, weiter zu erzählen, denn ich habe auch gelernt Dinge einfach mal ruhen zu lassen.

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Danke fürs lesen

Blüemli

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Wusstest du…

Wusstest du…

Was ist eine Depression überhaupt? Und wie ­äussert sie sich?

* Eine Depression ist nicht einfach nur eine Empfindungsstörung oder eine „ich habe heute einen schlechten Tag – Laune“, sondern eine ernst zunehmende Krankheit!

* Eine Depression ist sehr vielschichtig und komplex, wie ich finde, die durch viele Ursachen und von vielen Symptomen begleitet wird.
Es gibt ganz unterschiedliche Ursachen was eine Depression auslösen kann hier einige Beispiele: Gewalt in der Familie oder im Freundeskreis, durch Mobbing – gestörtes Selbstwertgefühl durch ständige Erniedrigung, Isolation von der ­Aussenwelt, Missbrauch, Stress, Krankheit, Überforderung am Arbeitsplatz, Erbfaktor und, und, und.

Nach heutigen Forschungen ­weiss man aber das eine Depression meist durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird und worauf ich besonders hinweisen möchte, ist der biologische Faktor.
Wusstest du das eine Depression sich nicht wie du vielleicht nur meinst im Herzen/Seele abspielen, sondern auch im Gehirn? Und ich meine damit nicht die negativen Gedanken die ein depressiver hat, sondern den Gehirnstoffwechsel.
Depression ist somit eine Erkrankung des Gehirns denn der Informationsfluss der Nervenzellen ist durch ­ein Mangel der Überträgersubstanz u.a Serotonin gestört, also ein Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn.

Merkst du etwas? Was Botenstoffe in deinem Gehirn da so anrichten oder eben nicht kannst du nicht steuern und das macht die Depression zu einer ernst zunehmenden Krankheit, einer Krankheit genau so, wie es andere Krankheiten auch sind.
Wenn jemand Krebs hat, stellst du das ja auch nicht infrage oder?!

Warum es mir so wichtig ist, genau das klarzustellen?
Weil ich leider schon selber ein paar Mal die Erfahrung machen musste und mir Sprüche anhören durfte wie: “ du bist zu sensibel“ oder “ ­reiss dich zusammen es hat jeder mal schlechte Laune“,
und genau diese Menschen die solche Dinge sagen haben keine Ahnung, was eine Depression überhaupt ist oder wie sich das anfühlt, das macht mich dann so richtig wütend und wie sagt man so schön?: “ wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die ****** halten!“

* Wusstest du das jede 7. Person auf unserem Planeten einmal in seinen Leben an einer Depression erkrankt?, nimm es also bitte ernst und mache dich nicht darüber lustig, es könnte auch dich einmal treffen!

Vielleicht konnte ich dir mit meinem Text die Augen öffnen, wenn nicht besinnst du dich vielleicht irgendwann mal darauf zurück.
Welche Symptome so eine Depression hat und wie man als Außenstehender damit umgehen kann, erläutere ich in einem anderen Eintrag.

Hier noch ein tolles Video von Pro Infirmis Schweiz passend zum Beitrag, wie ich finde:

Blüemli

Duftender Kurztipp

Duftender Kurztipp

Was macht ihr so, wenn ihr schlechte Laune habt, ein Tief oder euch einfach sonst wieder beleben möchtet?

Ich habe für mich festgestellt, dass mir angenehme Düfte gut tun.
Nicht umsonst gibt es von mittlerweile zahlreichen Firmen Roll-ons, belebende Duschmittel, Körpersprays, Aromaraumsprays oder Kopfkissensprays.

Wenn ich also am Morgen schon das Gefühl habe nicht in die Gänge zu kommen und nicht am Abend vorher schon geduscht habe helfen mir diese 3 Produkte im Moment um mich wieder etwas lebendiger
zu fühlen.
Die fruchtigen Düfte beleben meine Sinne einfach und bereiten mir gute Laune.
Ausserdem ist es dann für mich wie eine Art bewusste kurze Auszeit was mir zusätzlich gut tut, weil ich es dann eben bewusst tue.

Was ich im Moment auch ganz gerne mache: Es gibt da diese Keramikgefässe die man mit Wasser befüllen kann und danach an den Radiator hängt, in dieses Wasser tröpfle ich gerne einmal Orangen oder Zitronenöl, durch die Wärme des Radiators verdampft das Duftöl langsam und ihr habt einen angenehmen Duft im Zimmer.
Das funktioniert natürlich auch mit jedem anderen Duftlampen-Öl, ich verwende dafür einfach gern zitruslastige Düfte da man über diese sagt das sie Stimmungsaufhellend sind.

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* First Love Body Lotion ist ein Eigenprodukt von der Migros, soll nach den Blüten von weissen Pfirsichen und Grapefruit riechen.
keine Ahnung wie diese Blüten riechen sollen, aber die Bodylotion riecht einfach fruchtig,frisch und gut :-). ( 8.80.- für 250ml )

* Kneipp Aroma – Pflegedusche Gute Laune, diese Pflegedusche enthält Maracuja und Grapefruit und ja es riecht natürlich auch hier fruchtig und einfach himmlisch, meine Laune ist danach auf alle Fälle besser 🙂 und es ist ein Naturprodukt. ( ca. 6.20.- für 200ml )

* Biotherm Eau de Paradis, ich liebe diesen Duft eben so, wie es meine Mama tut und ich besitze fast alle von diesen Pflege – Körpersprays.
Leider muss ich mich von diesem bald verabschieden da Biotherm diesen bei uns in der Schweiz überall aus dem Sortiment genommen hat 😦 daher kann ich euch auch nicht mehr sagen was ich dafür bezahlt habe.
Falls ihr ihn also noch irgendwo findet schlagt zu, wenn ihr auf (natürlich) fruchtige, frische und leichte Düfte steht.

Blüemli

Ein Versuch…

Ein Versuch…

Warum ich anfange zu schreiben und wie es zu diesem Blog kommt?

Dieser Blog ist für mich ein Versuch, einen Teil meiner vielen Gedanken und Eindrücke meines Lebens zu ordnen.
Meist habe ich so viele Sachen in meinem Kopf, dass ich das wirr ­warr gar nicht mehr unterscheiden kann.
Das schreiben oder niederlegen hat mir schon so einige Male geholfen, ich bin sicherlich nicht die beste Schreiberin und Grammatik war auch noch nie meine Stärke aber es soll ja eigentlich auch nicht um Grammatik gehen, sondern um Gefühle, Erinnerungen, Erlebtes und vielleicht auch Träume und Wünsche.

Oft, wenn ich wieder einmal ein Kopfchaos habe oder auch mindfuck wie ich es gerne nenne, lese ich gerne und viel, manchmal reicht mir dann bereits ein Wort oder ein Satz das mein manchmal negatives Denken wieder in die richtige Bahn springen lässt.
Außerdem möchte ich ein Zeichen setzen, ein Zeichen dafür, dass die Mehrheit da ­draussen endlich einmal aufhört ein Tabuthema aus all den psychischen Krankheiten zu machen oder diese zu verharmlosen!
Ich sage , ja ich habe eine wiederkehrende Depression und ja ich denke ich bin hochsensibel!
Und glaubt mir, wenn ich vor euch stehen würde, dann würde niemand denken, dass ich diese Krankheit habe/hatte.
Ich habe kein Problem darüber zu sprechen oder zu schreiben, das hatte ich nie, viel eher möchte ich Betroffene ermutigen!
Ihr braucht keine Angst zu haben, ihr seid nicht komisch, ihr braucht auch keine Scham zu haben euch Hilfe zu holen, denn eine Depression ist eine Krankheit wie jede andere auch man sieht sie nur nicht und das macht es manchmal sogar tückischer.

Ich bin natürlich keine Psychiaterin und das möchte ich auch nicht sein, aber ich habe das Bedürfnis dieses ‚Tabu‘ zu brechen und darüber zu sprechen, vielleicht kann ich durch meine Erfahrungen auch ein paar Tipps weitergeben.
Ich schreibe zwar erst einmal für mich aber vielleicht spreche ich ja genau dich mit meinen Worten an, vielleicht hilft gerade dir eines meiner Worte, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen,
oder vielleicht surfst du auch gerade nur so im Internet umher und liest das als Unterhaltung.

­Ausserdem kann ich mir gut vorstellen meinen Blog mit diy’s und Beauty Sachen zu spicken, nein das werde ich eigentlich auch machen.
Das Kreative ist nämlich meine Leidenschaft, meine Passion, meine Liebe, Seele und eigentlich mein erlernter Beruf.

Die Beautysachen sind ebenfalls eine Leidenschaft von mir😊.
Angefangen hat das mit 4-5 Jahren, da habe ich Seifen gesammelt, irgendwann war es dann Parfüm und heute sind es so einige Beautyprodukte😊.
­Ausserdem mag ich den Austausch und ehrliche Meinungen zu Beauty Produkten.

Wenn es euch gut tut meine Sachen zu lesen oder berührt dann freut mich das und ihr seid willkommen, wenn nicht dann mach das Fenster einfach wieder zu ;-).

LIEBE GRÜSSE BLÜEMLI